Golden Retriever Welpe
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Der Golden Retriever ist ein richtiger Begleithund, denn er ist gelehrsam, freundlich und zuverlässig – lauter Eigenschaften, die in der Familie geschätzt werden. Mit seiner wissbegierigen Art möchte er aber gefordert werden und er ist nicht gerne allein. Alles Wissenswerte rund um diesen treuen Begleiter haben wir für dich zusammengefasst.

Was ist ein Golden Retriever? (Steckbrief, Farbe, Alter,…)

Der Golden Retriever stammt ursprünglich aus Großbritannien. Zeugnisse belegen, dass die Rasse im späten 19. Jahrhundert entstanden ist und zwar aus einer Kreuzung zwischen einem hellen Flatcoated Retriever und dem ausgestorbenen Tweed Water Spaniel. Er wurde für die Jagd in den wasserreichen und deckungsreichen Gebieten Schottlands gezüchtet und auch sein Name verrät seine ursprüngliche Hauptverwendung: Apportieren heißt nämlich auf Englisch to retrieve und das Apportieren  des geschossenen Wildes zu seinem Herren war seine Hauptaufgabe. Seit 1911 ist er vom englischen Kennel-Club als eigenständige Rasse eingetragen.

Steckbrief:

  • Lebenserwartung: 12-13 Jahre
  • Gewicht: 27 – 36 kg
  • Widerristhöhe: 51 – 61 cm
  • Heutige Verwendung: Begleit-, Jagd- und Behindertenhund
  • Fellfarbe: Creme bis Golden (wird im Alter heller)

Welche Wesenszüge hat ein Golden Retriever? (Vor- und Nachteile)

Der Golden ist ein ausgesprochen freundlicher, lebhafter und gleichzeitig zutraulicher Hund. Wegen seines ausgeglichen Wesens und seiner Anpassungsfähigkeit ist er als treuer Familienhund äußerst beliebt. Aufgrund seiner Wesenszüge ist er in vielen Bereichen einsetzbar und gilt fast als Allrounder.

Auch heute ist er aufgrund seiner Arbeitsfreudigkeit, seines ausgezeichneten Apportiertriebs und wegen seines starke Such-, Finde- und Bringwillen als Jagdhund sehr geeignet. Der Golden Retriever hat durch die gezielte Zucht zum Apportierhund noch immer das Bedürfnis Gegenstände mit sich herumzutragen oder seinem Besitzer zu bringen. Sein weiches Maul, Grundvoraussetzung für die Jagd, verhindert, dass die apportierten Gegenstände beschädigt werden. Er hat einen sanften Fang und schnappt oder beißt nur selten. Und nicht nur deshalb ist er besonders für Kinder geeignet.

Auch sein ausgeglichenes Wesen macht ihn für Kinder geeignet. Der Golden Retriever ist besonders gehorsam und möchte seinem Herrchen gefallen. Mit Konsequenz ist er leicht zu erziehen. Er braucht aber eine klare Führung, um seine Bezugspersonen ernst zu nehmen und ihnen zuverlässig zu folgen.

Der Golden Retriever zeichnet sich durch Wesensfestigkeit, Ruhe und Ausdauer aus, alles Eigenschaften, die ihn auch als Rettungs- oder Drogensuchhund geeignet machen. Wegen seiner Leichtführigkeit und der hohen Intelligenz ist er auch vielseitig als Jagdhund, Rettungshund, Behindertenbegleithund oder Spürhund für Zoll und Militär einsetzbar.

Eine Aufgabe gibt es allerdings, für die er weniger geeignet ist: Seine ausgeprägte Menschenfreundlichkeit ist nicht vereinbar mit einem Einsatz als Schutzhund. Wenn du einen Wachhund suchst, der dein Haus gegenüber Fremden wirkungsvoll verteidigt, ist ein Golden Retriever nicht die richtige Rasse.

Ein Golden Retriever möchte gefordert werden: Für eine gute Entwicklung braucht er unbedingt eine Beschäftigung und eine sinnvolle Aufgabe, am besten Aufgaben wie Apportier- oder Sucharbeiten. Wenn du viel Zeit hast, um dich mit deinem Hund zu beschäftigen und ihm sinnvolle Aufgaben zu stellen, ist der Golden Retriever sicher die richtige Rasse für dich. Wenn du nur einen Begleiter zum Spazieren gehen suchst und ihm keine Aufgaben und Beschäftigung zuteilst, wird er bald unterfordert sein.

Was kostet ein Golden Retriever?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn die Anschaffungskosten für einen Golden Retriever variieren stark. Es kommt darauf an, wo du den Hund kaufst: im Tierheim, von einer Privatperson oder bei einem Züchter.

In der Regel kostet der Golden Retriever zwischen 300 und deutlich über tausend Euro. Verantwortungsvolle Golden Retriever Züchter achten darauf, dass die Rasse gesund bleibt und investieren hohe Summen bei der Zucht. Daher sind Hunde von pflichtbewussten Züchtern teurer als von gewissenlosen, die die strengen Regeln der Zucht nicht einhalten.

Nach der Anschaffung kommen für den Golden Retriever-Besitzer weitere Kosten dazu.

Da sind zunächst einmal die einmaligen Kosten für die Ausstattung zu nennen:

Für die Erstausstattung musst du mit ca. 300 Euro rechnen.

Neben einmaligen Kosten kommen laufende Kosten hinzu:

Auch hier gibt es keine allgemein gültige Aussage, wieviel die Kosten schlussendlich ausmachen. Das ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Gerade die Tierarztkosten können stark variieren. Impfungen, Entwurmungen und kleine Verletzungen kosten Geld. Im Normalfall musst du jährlich für Impfungen und Entwurmungen um die 150 Euro ausgeben. Wenn sich dein Hund verletzt oder er krank wird, musst du natürlich mit höheren Beträgen rechnen, das kann von 100 bis zu über 1.000 Euro ausmachen. Auch die Höhe der Futterkosten hängt von der Größe und dem Alter deines Hundes ab und ist natürlich von der Qualität des Futters abhängig: Es gibt Trocken- oder Nassfutter, selbst gekochtes Futter oder Rohfutter. Die Kosten liegen zwischen 10 und 100 Euro.

Ganz generell musst du monatlich du mit Kosten von etwa 130 Euro rechnen.

Golden Retriever im Wasser
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Welches Futter ist am besten für einen Golden Retriever?

Gerade das Futter musst du individuell auf deinen Hund anpassen. Selbst bei ein und derselbe Rasse gibt es Unterschiede. Diese hängt von Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht und Aktivität des Hundes ab. Es gibt deswegen auch nicht nur die eine Futtersorte und nur eine ganz bestimmte Futtermenge.

Besonders Golden Retriever-Welpen benötigen ein spezielles Hundefutter. Sie sollten nicht zu energiereich gefüttert werden, damit sie nicht zu schnell wachsen. Andernfalls erreicht der Golden Retriever zu früh das festgelegte Endgewicht, das Skelett kann dafür noch nicht ausreichend stabil sein. Daraus könnte es zu Fehlstellungen der Gliedmaßen kommen. Golden Retriever-Welpen benötigen also ein auf sie angepasstes Futter, das ausgeglichen Energie, Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffe, vor allen Calcium und Phosphor zuführt. Wenn du das Futter für deinen Liebling auf Erwachsenennahrung umstellst, dann führe die Umstellung behutsam durch. Ein abrupter Wechsel könnte die empfindliche Verdauung des Welpen stören. Mische am besten das neue Futter Schritt für Schritt unter das gewohnte Futter, bis dein Liebling nach einigen Tagen komplett umgestiegen ist.

Wenn dein Golden Retriever normal aktiv ist, benötigst du kein spezielles Hundefutter.  Da kannst du sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter füttern. Achte jedoch darauf, dass  das Futter keine Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe enthält. Der Golden Retriever braucht Vitamine und Mineralstoffe, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in ausgewogener Menge und Omega-3-Fettsäuren.

Wenn dein Hund allerdings zu Übergewicht neigt, kannst du zu kalorienreduziertem Futter greifen, das reich an essenziellen Fettsäuren ist, aber weniger Protein und Fett enthält. Wenn das Futter auch noch viele Rohfasern enthält, fällt es  deinem Liebling leichter, das Körpergewicht zu halten oder zu reduzieren.

Bemerkst du Durchfall, Blähungen oder Erbrechen könnte es an einer Futtermittelallergie liegen, und du solltest einen Tierarzt aufsuchen. Er kann dir ein passend  zusammengesetztes Futter empfehlen.

Einen ausgewachsenen Golden Retriever solltest du zwei Mal am Tag füttern, dazwischen sollte eine ausreichend lange Zeitspanne zum Verdauen liegen.

Welche Hundeschule ist am besten für einen Golden Retriever?

Zunächst musst du wissen, dass die Qualität von Hundeschulen nicht von einer unabhängigen Stelle geprüft wird. Umso schwieriger ist es, die richtige Hundeschule aus der fast unüberschaubaren Menge von Hundeschulen herauszufinden. Denn die Qualität der angebotenen Leistungen schwankt stark. Es ist daher wichtig, mehrere Hundeschulen vorab zu besichtigen und das Angebot zu prüfen.

In jeder guten Hundeschule kannst du beim Training anderer Teilnehmer zuzusehen, bevor du dich entscheidest, oft wird auch ein Probetraining angeboten. Am besten ist, du vereinbarst ein Beratungsgespräch. Stelle den Fachangestellten und Ausbildner Fragen und gib ihnen deine Wünsche bekannt. Eine gute Hundeschule gibt detaillierte Auskunft über Qualifikationen, den Trainingsablauf und die Kosten für das Hundetraining. Beim Probetraining oder bei der Beobachtung von anderen Trainings kannst du auch die Stimmung in der Schule beurteilen und entscheiden, ob die Atmosphäre die ist, die du dir von einer guten Hundeschule erwartest. An angebotenen Trainingsgruppen sollten nicht zu viele Teilnehmer teilnehmen. Bei der Entscheidung kannst du dich ruhig von deinem Bauchgefühl leiten lassen.

Beim Welpen-Training sollten große und kleine Hunderassen getrennt unterrichtet werden und es sollte gearbeitet werden und nicht nur gespielt und mit Leckerlis gelockt.

Die Trainingseinheiten einer guten Hundeschule sind nicht zu lange, so dass der Hund mit einem positiven Gefühl und mit einem Trainingserfolg vom Platz geht.

Welche Züchter haben die besten Golden Retriever-Welpen?

Für das Gebiet der Republik Österreich ist die Zucht der Retriever-Rassen in den Zucht- und Eintragungsbestimmungen des Österreichischen Retriever Clubs geregelt. Zuchtziel sind die Gesundheit, das typische Wesen und die Leistungsfähigkeit der Retriever-Rassen zu erhalten. Die besten Golden Retriever findest du beim verantwortungsvollen Züchter, der den Regelungen entsprechend züchtet.

Ob ein Zuchtbetrieb gut ist, sagt dir oft schon der erste Eindruck. Wenn die Zuchtanlage und die Umgebung sauber und gepflegt wirken, ist das schon mal positiv.

Besuche den Züchter ruhig mehrmals. Ist der anfangs gute Eindruck auch beim nächsten Mal vorhanden? Darfst du die Welpen in ihrer alltäglichen Umgebung bei der Mutter besuchen, ist das ein gutes Zeichen – dann hat der Züchter nichts zu verbergen.

Wenn dich der Züchter ausgiebig nach deinen Lebensverhältnissen und den Haltungsbedingungen für einen Hund fragt, dann möchte er, dass seine Welpen ein geeignetes Zuhause bekommen. Bietet ein Züchter in Zeitungsanzeigen oder auch im Internet zeitgleich mehrere Rassen an, dann ist Vorsicht geboten.

Welche Hunderasse ist dem Golden Retriever ähnlich?

Andere Retriever Rassen wie Labrador Retriever, Flat Coated Retriever oder der Labrador sind dem Golden Retriever sowohl in Aussehen als auch Verhalten ähnlich. Dennoch unterscheiden sie sich in vielen Details.

Wieviel Bewegung braucht ein Golden Retriever und ist er für eine Wohnung geeignet?

Es ist natürlich möglich einen Golden Retriever in einer Wohnung zu halten, du musst allerdings berücksichtigen, dass dein Retriever-Welpe im Laufe der Zeit zu einem mittelgroßen Hund heranwachsen wird. Die Haltung in einem Haus mit Garten, in dem dein Liebling unbesorgt spielen und sich beschäftigen kann, ist für jeden Hund schön und für einen laufbegeisterten Golden Retriever erst recht.

Ein Golden Retriever-Welpe braucht noch nicht so viel Auslauf, er sollte aber mehrmals am Tag kurz (etwa 10 bis 15 Minuten) ausgeführt werden, das hilft auch bei der Erziehung zur Stubenreinheit. Wenn der Welpe etwa sechs Monate alt ist, sollte er täglich zwei größere Sparziergänge bekommen. Viel Bewegung hält den Retriever fit und eine sinnvolle Beschäftigung mit herausfordernden Aufgaben ausgeglichen und gut gelaunt. Versuche, Langeweile bei deinem Liebling erst gar nicht aufkommen zu lassen. Verschiedene Hundesportarten, Ausbildungen zum Begleithund oder Ähnliches fordern den Hund, machen ihm Spaß und können gut mit täglichen schönen Spaziergängen kombiniert werden. Denke immer daran, dass Golden Retriever sehr anhänglich sind und nicht gerne allein sind. Eine dauerhafte Haltung des Hundes außerhalb des Hauses ist also nicht geeignet.

Verträgt sich ein Golden Retriever mit anderen Haustieren wie Katzen?

Bei ausreichender Bewegung und Beschäftigung ist der Golden Retriever ein sehr angenehmer und ruhiger Mitbewohner.  Auch mit Katzen lässt er sich gut sozialisieren.

Welche Untersuchungen braucht ein Golden Retriever?

Regelmäßig sollte du überprüfen, ob dein Golden Retriever gesund ist und bei Auffälligkeiten sofort zum Tierarzt gehen. Einmal im Jahr sollte der Tierarzt deinen Liebling rundum untersuchen: Sind Augen, Ohren und die Zähne gesund? Bei dieser Routineuntersuchung überprüft der Arzt Anatomie, Herz und Lunge und tastet den Unterleib ab. Viermal im Jahr sollte der Hund entwurmt werden.

Damit dein Hund ein langes, gesundes Leben vor sich hat, sind Schutzimpfungen gegen diverse Hundekrankheiten notwendig.  Die Immunität des Hundes, die noch von der Mutter übertragen wurde, sinkt im Allgemeinen in den ersten 6-12 Lebenswochen ab. Dann ist es Zeit für erste Impfung. Dein Tierarzt wird dir sagen, wie oft und in welchen Abständen du in Zukunft deinen Hund impfen lassen solltest. Folgende Impfungen sollten regelmäßig erfolgen:

  • Staupe
  • Zwingerhusten
  • Parvovirose
  • Tollwut
  • Hepatitis
  • Leptospirose

 

Golden Retriever mit dem Stock
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Welche Hunde müssen gechippt werden?

Seit 2010 müssen alle in Österreich gehaltenen Hunde mit einem Microchip gekennzeichnet sein. Hunde, die aus anderen EU-Ländern nach Österreich gebracht werden, müssen ebenfalls mit einem Microchip gekennzeichnet sein bzw. werden.

Der Microchip stellt sicher, dass ein Hund eindeutig mit einem weltweit einmaligen Nummerncode identifiziert werden kann. Damit kann ein entlaufener Hund schnell dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden, ohne dass das arme Tier einen langen Aufenthalt in einem Tierheim ertragen muss. Außerdem können mit dem Chip ausgesetzte, zurückgelassene oder gestohlene Hunden zugeordnet werden.

Ein Welpe muss spätestens im Alter von drei Monaten, jedenfalls aber bevor er seinem neuen Besitzer übergeben wird, von einem Tierarzt gechippt werden. Das Einsetzen des Chips erfolgt mittels einer Kanüle an der linken Halsseite, ähnlich einer Injektion und ist nahezu schmerzlos. Der Chip ist unzerbrechlich und liegt reaktionslos im Gewebe eingebettet.